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Die Sammelaktion der Bücher

Im zweiten Rundschreiben des "Hauptamtes für Presse und Propaganda" der DSt vom 8. April 1933 wurde den Studentenschaften mitgeteilt, dass jeder Studierende seine eigene Bibliothek und die seiner Bekannten von "jüdischem zersetzendem Schrifttum" zu "säubern" habe. Darüber hinaus war darin vorgesehen, dass "öffentliche Büchereien, sofern sie nicht lediglich als öffentliche Stellen der Sammlung jeglichem Schrifttums zu dienen haben, von derartigem Material befreit werden." Mit dieser Einschränkung war gemeint, dass die wissenschaftlichen Staats- und Universitätsbibliotheken von Bücherbeschlagnahmungen zum Zwecke der Verbrennung verschont bleiben sollten. Die Volksbibliotheken wurden von den regional zuständigen Behörden angewiesen, selbstständig ihre Bestände entsprechend der "Schwarzen Listen" durchzusortieren und die betreffenden Bücher den örtlichen Studentenschaften zur Verbrennung zu übergeben.

Der Willkür der örtlichen studentischen "Kampfausschüsse" blieb es überlassen, die "Säuberungsaktionen in den privaten Leihbibliotheken und Buchhandlungen durchzuführen. Dr. Herrmann ergänzte sein Schreiben an die DSt vom 1. Mai 1933 handschriftlich mit dem Vermerk, dass die "Schwarzen Listen" durch ein Versehen von Dr. Wieser in den Besitz der Leihbibliotheken gelangt seien.

Die Titelseite der "Zeitschrift der Leihbücherei" vom 5. Mai 1933 zeigt, dass der "Reichsverband deutscher Leihbüchereien e.V." mit einer Sonderausgabe seiner Zeitschrift versuchte, die Leihbüchereien vor "großen Schäden" zu warnen.

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