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Zur Kunst-Installation von Zoe Hermann

Die Installation der Berlinerin Zoe Hermann ging aus einem im Rahmen des Ausstellungsprojekts "Wider den undeutschen Geist" ausgelobten Wettbewerb für eine künstlerische Bearbeitung des Themas "Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933" hervor. In den Wettbewerbsunterlagen hieß es:

"Bei der Bearbeitung der Aufgabe soll es (...) nicht vorrangig um symbolische Spurensicherung gehen, vielmehr ist die Auseinandersetzung mit der Tragweite dieses ersten Warnzeichens zu suchen."

Zoe Hermanns Installation rückte vor allem die Bedeutung der deutschen Studentenschaft bei den Ereignissen vom Mai 1933 in den Mittelpunkt. Die mit einer spiegelnden, flexiblen Folie ummantelten Säulen im Foyer des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität zu Berlin Unter den Linden beeinflussten die Wahrnehmung der Besucher der Ausstellung. Vor allem die heutigen Studierenden sahen sich nicht mehr nur als distanzierte, urteilende Leser dem zusammengestellten Material gegenüber, sondern wurden im Spiegelbild sichtbar (aber durch die Flexibilität des Materials und die Bewegung im Raum immer wieder anders) neben die auf den Ausstellungstafeln erläuterte Täterschaft ihrer historischen Vorgänger gestellt.

In den Bemerkungen Zoe Hermanns zu ihrem Wettbewerbsbeitrag hieß es:

"Die Installation stellt sich (...) als temporärer Einbau dar. Sie ist nicht auf sich selbst bezogen und versteht sich nicht als eigenständiges Kunstwerk. Erst die Vorbeigehenden, die Studenten, die Besucher (...) im Zusammenhang mit den Tafeln der Ausstellung definieren die Arbeit. Das Zusammenspiel zwischen bekannten und unbekannten Zeichen, die mehrdeutige Räumlichkeit bricht die Erwartungshaltung [und] verweist die Abgebildeten auf ihre interpretatorischen Mittel ...