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Gleichermaßen ausführliche Meldungen finden sich in französischen Zeitungen wie L`Intransigeant, Le Figaro oder Le Temps. In mehreren kritischen Artikeln, teilweise illustriert durch Karikaturen, versuchen die Autoren auch hier, die Ereignisse in Deutschland darzustellen.

Auch britische Zeitungen wie Manchester Guardian und die Londoner Times brachten aktuelle Meldungen aus Berlin. Unter dem Titel "Un-German books destroyed" nennt die Times am 11. Mai beispielhaft Namen von pazifistischen Schriftstellern, von Kritikern gegen den Faschismus und seine Kriegsverherrlichung, von Marxisten und Kommunisten, jüdischen Autoren u.v.a., deren Bücher und wissenschaftliche Werke auf den Scheiterhaufen deutscher Universitätsstädte verbrannt wurden. Die Times berichtet auch über den eiligen Aktionismus der Nazis, diese beseitigten Bücher durch "deutsche" Literatur und der nationalsozialistischen Ideologie nahestehende Schriften zu ersetzen. Der Daily Telegraph nennt die Geschehnisse in Berlin in seiner Ausgabe vom 11. Mai, ohne zu ahnen, welche Bedeutung dieser Bezeichnung später noch zukommen wird, einen "Symbolic Holocaust".

Die ausführlichsten und in ihrer kritischen Haltung absolutesten Meldungen der niederländischen Presse kamen aus den Redaktionen kommunistischer und sozialdemokratischer Blätter wie Het Volk bzw. Vorwaarts (Rotterdamer Ausgabe) und Vooruit (Haager Ausgabe). Es bleibt deshalb unverständlich, weshalb gerade die kommunistische Zeitung De Tribune keine ihrer Schlagzeilen den Ereignissen um die Bücherverbrennungen in Deutschland widmete.

Auch in den konfessionellen niederländischen Zeitungen wie De Tijd, De Maasbode oder De Nederlander erschienen ausschließlich sachliche Darstellungen, neutral und ohne bewertende Kommentare.
Neben dem Abdruck von Protestkundgebungen, Berichten über Solidaritätsveranstaltungen, Radiosendungen mit Lesungen aus Büchern verfolgter Autoren und aktuellen Meldungen aus Deutschland, erschienen bisweilen auch kleinere Artikel, manchmal versteckte, schon fast sarkastisch anmutende Berichte und Miszellen über gewollte und nicht als solche geplante "Sabotageaktionen" während der Tage der Bücherverbrennungen.





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